Hidden Champions der Verkehrssicherheit

Unscheinbar, aber lebenswichtig: Viele Hilfsmittel schützen uns auf den Straßen und werde so zu heimlichen Helden.

11. Januar 2021
3 Minuten

Von Verkehrsspiegeln in schlecht einsehbaren Kurven bis hin zu Wimpeln an Kinderfahrrädern: Es gibt viele kleine Hilfsmittel im Straßenverkehr, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Sie leistet jedoch einen wertvollen Beitrag für die Verkehrssicherheit. Wie uns die heimlichen Helden unterstützen:

1. Rotes Fähnchen bei überstehender Ladung

Viele kennen es: Im Baumarkt sind es dann doch zwei Bretter mehr geworden. Doch das Auto ist schon voll beladen. Als Staufläche muss dann das Autodach herhalten. Genau dann kommt ein eher unscheinbares Hilfsmittel mit großer Wirkung zum Einsatz: das Fähnchen am Ende der Ladung. Nachfolgende Verkehrsteilnehmende können so die Länge des Fahrzeuges besser einschätzen und dementsprechend einen größeren Sicherheitsabstand halten.

Schließlich muss bei überstehender Ladung die transportierte Ware fest gesichert sein, sodass andere Verkehrsteilnehmende nicht gefährdet werden. Bei einer scharfen Bremsung darf also nichts verrutschen. Ragt die Ladung mehr als einen Meter über das Ende des Wagens hinaus, muss ein leuchtendes hellrotes Schild, ein roter Zylinder oder eine 30 x 30 cm große Fahne am Ende der Ladung angebracht werden.

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2. Verkehrsspiegel in der Kurve

Ein kurzer Blick, der Sicherheit bringt: Vor allem in scharfen und schlecht einsehbaren Kurven sind Verkehrsspiegel wichtige Helfer im Straßenverkehr. Denn die Konvexspiegel vergrößern den Blickwinkel und sorgen damit für ein breiteres Sichtfeld. Besonders an unübersichtlichen Stellen wie Kurven oder Einfahrten geben sie Autofahrenden beim Abbiegen einen guten Überblick über die Verkehrslage. Die Spiegel sind meist von einem Reflektorband umrandet. Somit sind sie auch bei schlechten Sichtverhältnissen und in der Dunkelheit gut sichtbar.

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3. Wimpel an Kinderfahrrädern und Fahrradanhängern

Vor allem Kinder sind im Straßenverkehr noch nicht so geübt und benötigen daher die besondere Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmenden. Das belegen auch Unfallstatistiken über Kinder als Radfahrende. Sie machen die meisten Fehler (6.556). Häufig liegt ihr Fehlverhalten in einer falschen Straßenbenutzung (1.304.). Außerdem machen sie Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (1.224) oder im Missachten der Vorfahrt (730). Ein bedeutendes Hilfsmittel für die kleinsten Verkehrsteilnehmenden sind Wimpel an Kinderfahrrädern oder Anhängern. Die leuchtenden Fähnchen erhöhen die Sichtbarkeit der kleinsten Radfahrerinnen und Radfahrer. So werden sie selbst von Kraftfahrzeugführenden, die erhöht über der Straße sitzen, gesehen.

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4. Ampel mit Akustiksignalen für blinde und sehbehinderte Menschen

Bei Rot stehen, bei Grün gehen! Dieser Merksatz bleibt bei vielen im Kopf hängen, wenn es in der Verkehrserziehung um die Überquerung einer Fußgängerampel geht. Doch nicht jedem hilft diese Regel, sicher auf die andere Straßenseite zu gelangen. Denn vor allem blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmende können den Farbwechsel der Lichtsignale nicht sehen. Ihnen helfen Ampeln mit Akustiksignalen. Doch nicht immer sind die Signale dauerhaft zu hören. Bei Verkehrsampeln mit Blindensignalisierung befinden sich gelbe Kästchen, an deren Unterseite sich ein Knopf befindet. Dieser muss gedrückt werden, um ein akustisches Signal auszulösen. Ein langsames „Tack-tack-tack“ zeigt an, wo sich die Ampel befindet. Schaltet die Signalanlage auf Grün, ist, wenn man den Knopf gedrückt hat, ein schnelles „Piep-piep-piep“ zu hören. Bei manchen Anlagen vibriert der Taster zusätzlich, um die Grünphase anzuzeigen.

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5. Wildwarnreflektoren auf ländlichen Straßen

Klein und unscheinbar – aber mit Wirkung: Wildwarner sollen vor Zusammenstößen mit Wild schützen. Die blauen Reflektoren, die meist an Leitpfosten am Straßenrand angebracht sind, halten die Tiere davon ab, in der Nacht eine Straße zu überqueren. Die kleinen Strahler lenken das Scheinwerferlicht der fahrenden Autos in die Umgebung, zum Beispiel in einen Wald oder auf eine Wiese. Dadurch entsteht eine Art Lichtschranke, die Reh, Wildschwein und Co. daran hindert, auf die Straße zu laufen. Die Lichtreflexe stören die Tiere, und so sorgt der „optische Zaun“ für mehr Sicherheit auf den Straßen. Die leuchtenden Wildwarner werden so zum wichtigen Lebensretter.

Bilder: Shutterstock 

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