Unfallopfer und Seelsorger erinnern sich an das Unglück, ihre Gefühle und Ängste sowie das schreckliche Leid, das sie durch Verkehrsunfälle erleben. In kurzen Videofilmen berichten sie über Unfallhergänge und deren Folgen, und wie sie heute damit umgehen.
22.12.2009 - Berlin
Es sind erschreckende Zahlen: Jeder fünfte Verunglückte und Getötete zählt zur Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. Durchschnittlich gehört die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen doppelt so oft wie andere Altersgruppen zu den Verunglückten im Straßenverkehr. Alle zehn Stunden stirbt ein junger Fahrer. Hinter diesen Zahlen stehen Geschichten – von Betroffenen, Angehörigen und Freunden.
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Spaß haben und Freunde beeindrucken? Viele Jugendliche drücken aufs Gaspedal und überschätzen dabei ihre Fähigkeiten. Das Ergebnis: 18- bis 24-Jährige führen die Unfallstatistik an – alle zehn Stunden stirbt ein Jugendlicher auf deutschen Straßen
23.07.2009 - Berlin
Die Zigarette hängt locker im Mundwinkel. Zwei Jugendliche rasen in gestohlenen Autos mit Höchstgeschwindigkeit auf eine Klippe zu. Dahinter nur das Meer: Wer als erster aus dem Wagen springt ist das „chicken“, der Feigling. Im Film bezahlt einer der Jugendlichen das Spiel mit dem Leben. Die Szene aus dem Film „... denn sie wissen nicht, was sie tun“ mit James Dean ist weltberühmt und versinnbildlicht die hohe Risikobereitschaft, mit der Heranwachsende häufig ihren Mut beweisen wollen. Ein Übermut, der auch rund fünfzig Jahre später im realen Straßenverkehr dramatische Konsequenzen hat.
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Timo Scheider ist beruflich immer schnell unterwegs. Ganz anders im Straßenverkehr – im Interview erzählt der DTM-Champion, warum er sich auf der Rennstrecke wohler fühlt als auf der Landstraße und wie sein Punktekonto in Flensburg aussieht.
01.07.2009 - Berlin
Herr Scheider, Sie geben beruflich auf der Rennstrecke Vollgas und unterstützen die Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas!“. Wie passt das zusammen?
Zum einen nehme ich ja auch am täglichen Straßenverkehr teil. Zum anderen stehe ich als Rennfahrer in der Öffentlichkeit. Damit nimmt man, ob man will oder nicht, eine gewisse Vorbildfunktion ein. Ich will mit meinem Engagement zeigen, dass auch jemand wie ich, der beruflich mit schnellen Autos zu tun hat, im Straßenverkehr eher defensiv fährt. Abseits der Rennstrecke gilt für mich: runter vom Gas!
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Drei Zivildienstleistende des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb) berichten, wie Begegnungen mit Patienten ihr Verhalten im Straßenverkehr verändert haben. Ihre Geschichten aus dem Krankenhausalltag, bewegen auch ihre Freunde zum verantwortungsvollen Auto- und Motorradfahren, da sind sie sich sicher. Und: Verkehrssünder sollten ihnen einfach mal einen Tag über die Schultern schauen.
05.05.2009 - Berlin
An den Anblick von offenen Brüchen, von tiefen Fleischwunden und dem Geruch verbrannter Haut kann man sich gewöhnen – an den Gesichtsausdruck von Angehörigen und Freunden, die ein Unfallopfer besuchen, dagegen nicht. Darin sind sich Felix Rößler, Oskar Masztalerz und Robert Kubitz einig. Für die Zivildienstleistenden am Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) gehören Patienten mit Verletzungen jeder Art zum Alltag – viele von ihnen hatten einen Verkehrsunfall.
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Malte Mienert ist Juniorprofessor für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der Universität Bremen. Risikoverhaltensweisen junger Fahrer sind sein Fachgebiet.
04.05.2009 - Berlin
Professor Mienert, Sie haben schon ihre Doktorarbeit zu dem Thema Risikopotenziale junger Fahrer geschrieben, und auch heute noch beschäftigen Sie sich damit. Was fasziniert Sie an diesem Gebiet?
Die Zeit zwischen Kindesalter und Erwachsenenalter ist eine Phase einschneidender Veränderungen und Entwicklungen. In dieser Zeit entstehen häufig überdauernde Einstellungen und Haltungen. Auch das Thema Autofahren ist davon betroffen: Das Auto erhält Schritt für Schritt einen symbolischen Wert. Die persönliche Haltung zum Thema Straßenverkehr entwickelt sich und prägt die späteren Verhaltensweisen beim Fahren. Was mich interessiert, ist, wie und wann sich verkehrs- und risikobezogene Einstellungen von Jugendlichen herausbilden. Dabei ist besonders eine Frage spannend: Welche Faktoren bestimmen den Stellenwert, den das Auto im Leben eines jungen Menschen einnimmt?
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Plakate, Fernsehspots oder Seminare – neben „Runter vom Gas!“ richten sich eine Reihe von Initiativen für Verkehrssicherheit an junge Fahrer. Ihnen gemeinsam ist: Sie wollen „ohne erhobenen Zeigefinger“ die Jugendlichen zu sicherem Fahren bewegen.
09.01.2009 - Berlin
Es ist erschreckend: Gerade diejenigen, die noch ein langes Leben vor sich hätten, sterben am häufigsten im Straßenverkehr. Seit vielen Jahren führen junge Fahrer die Statistik der Unfalltoten an. Erhöhte Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung lässt die Jugendlichen aufs Gaspedal treten – ihre mangelnde Erfahrung führt häufig zum Verkehrsunfall.
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Hauptkommissar Uwe Karck versucht vor Diskos oder Tankstellen junge Fahrer davon zu überzeugen, dass Sterben bei einem Verkehrsunfall alles andere als „cool“ ist. Im Interview erzählt er, wie die Jugendlichen mitten in der Nacht auf Unfallautos und „Runter vom Gas!“-Plakate reagieren.
08.01.2009 - Berlin
Herr Karck, Sie stellen sich nachts vor Diskotheken, um Jugendliche über die Folgen von verantwortungslosem Autofahren aufzuklären. Wie reagieren die Jugendlichen darauf?
Zunächst sind sie etwas erstaunt, dass die Polizei vor der Disko steht. Wenn wir mit ihnen dann aber ins Gespräch kommen, sind die Reaktionen sehr positiv. Dass sich jemand diesem wichtigen Thema annimmt, stößt bei ihnen auf große Zustimmung.
Wie versuchen Sie junge Menschen davon zu überzeugen, als Fahrer keinen Alkohol zu trinken und auf dem Heimweg mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren?
Menschen lassen sich besonders dann überzeugen, wenn man bei ihnen einen Aha-Effekt hervorruft. So können Jugendliche bei uns beispielsweise Probepusten. Die Selbsteinschätzung und der tatsächliche Promillewert klaffen dabei meist weit auseinander. Das gibt den meisten dann doch zu denken. Eine weitere Möglichkeit, die bei jungen Leuten gut ankommt ist der Fahrsimulator, bei dem man einen Alkohol- oder Drogenmodus einstellen kann. Bei diesem wirklichkeitsgetreuen Fahrgefühl – inklusive Tunnelblick – merken die Jugendlichen, dass man in so einem Zustand alles andere als fahrtüchtig ist. Ein ähnliches Instrument ist das Reaktionsmessgerät, bei dem man auf ein Bremspedal treten muss. Wie lange die Jugendlichen unter Alkoholeinfluss brauchen, um zu bremsen, erstaunt uns selbst immer wieder.
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Handelsvertreter Jens Peters* ist überzeugter Schnellfahrer, glaubt aber, niemanden zu gefährden. Student Andre Vollmert findet dieses Verhalten unverantwortlich. Die beiden sprechen hier über Zeitdruck, Verantwortung und schlechte Autofahrer.
08.01.2009 - Berlin
Rund 5.000 Menschen sterben jedes Jahr bei Verkehrsunfällen. Unangepasste Geschwindigkeit ist dabei eine der Hauptunfallursachen. Herr Peters, können Sie da noch mit gutem Gewissen aufs Gas treten?
Peters: Für Menschen wie mich, die wegen ihres Berufs viel und unter Zeitdruck Auto fahren, gehört schnelles Fahren zum Alltag. Wir haben besonders gut ausgebaute Straßen in Deutschland. Wenn freie Bahn ist und ich es eilig habe, wäre es doch absolut unsinnig nur 120 Stundenkilometer zu fahren – auch dort, wo die vorgeschrieben sind.
Vollmert: Nur weil jemand schnell von A nach B kommen will, darf er noch lange nicht andere durch Raserei gefährden. Ich finde es unverantwortlich, wenn die Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit nicht an die jeweilige Situation anpassen oder sogar eigenmächtig entscheiden, ob ein Tempolimit zu hoch angesetzt ist: Dadurch entstehen furchtbare Unfälle, bei denen Menschen sterben und ganze Familien ins Unglück gestürzt werden. Und das alles nur wegen eines Termins? Mit guter Planung kommt man auch ohne halsbrecherisches Fahren rechtzeitig ans Ziel.
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Matthias Ehrhard will Pforzheimer Jugendliche von der Botschaft „Runter vom Gas!“ überzeugen und geht direkt zu der Zielgruppe: in Diskos und auf Musikfestivals.
18.06.2008 - Pforzheim
Die Musik war laut, die Stimmung ausgelassen und alle Freunde haben wild getanzt – mit diesen Eindrücken im Kopf treten viele Jugendliche auf dem Weg von der Disko nach Hause besonders gern aufs Gas. So enden diese Abende nicht selten mit einem Unfall, bei dem Menschen sterben, die eigentlich noch ihr ganzes Leben vor sich hatten.
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